Die Rolle des Mediators


Als Mediatorin habe ich eine spezielle Ausbildung absolviert, die von der IHK Köln zertifiziert ist.

 


Mediatoren sorgen nicht dafür, dass eine Partei Recht bekommt, sondern dass in Anlehnung an die Kriterien der Parteien Gerechtigkeit entsteht. Die Haltung des Mediators ist also eine grundsätzlich andere als die des Rechtsanwaltes.

Meine Aufgabe als Mediatorin ist es, den (Kommunikations-) Prozess in Gang zu halten und zu begleiten. Ich sorge zunächst mal dafür, dass die Situation und die Sprache entschleunigt werden und die Beteiligten miteinander ins Gespräch kommen.

Außerdem achte ich darauf, dass die Parteien einander die erforderlichen Informationen zur Verfügung stellen.

 


Als Mediatorin darf ich in keiner persönlichen oder beruflichen Abhängigkeit zu einer der Parteien stehen. Ich kümmere mich allparteilich um die Belange aller Beteiligten.

Das Verfahren wird von mir als Mediatorin nach bestimmten Spielregeln geleitet. Für die Einhaltung dieser Regeln bin ich verantwortlich und leite das Verfahren neutral.

Mit – möglicherweise erforderlichen – Einzelgesprächen mit jedem der Beteiligten sorge ich dafür, dass Ungleichgewichte – wie zum Beispiel Machtungleichgewichte – abgemildert werden. Nichtsdestotrotz ist es auch in den Einzelgesprächen im Rahmen der Allparteilichkeit angebracht, mithilfe der Mediationstechniken, also insbesondere Fragen zu stellen, die Beteiligten dabei zu unterstützen, ihre Bedürfnisse für den weiteren Verlauf der Mediation zu erkennen.

 


Zu meinen Aufgaben gehört auch, dafür zu sorgen, dass die Beteiligten achtsam miteinander umgehen und eine Sprache wählen, die weder verletzend ist, noch weitere Distanz schafft. Ich stelle keine der erzählten Sichtweisen und Geschichten in Frage, sondern nehme beide Seiten ernst und bleibe allparteilich, das heißt, ich bin allen Seiten zugewandt.

Die Interessen und dahinterliegenden Bedürfnisse herauszuarbeiten und zumindest so viel Offenheit zu erreichen, dass Möglichkeiten zur Bereinigung des Konfliktes sichtbar werden, ist die Aufgabe des Mediators. Gemeinsamkeiten werden herausgearbeitet.

Dabei ist der Schwerpunkt nicht auf die Vergangenheit gerichtet (auch wenn man diese natürlich nicht komplett unbeachtet lässt), sondern auf die Gegenwart und Zukunft.

 

 


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